| Veranstaltung: | Mitgliederversammlung 04.02.2026 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 3. Anträge aus dem Kreisverband |
| Antragsteller*in: | Vorstand Bündnis 90/Die Grünen Leipzig (dort beschlossen am: 21.01.2026) |
| Status: | Eingereicht |
| Antragshistorie: | Version (04.02.2026) Version 1(21.01.2026) |
LA NEU: Leitantrag OBM-Wahl - Neustart für Leipzig - Oberbürgermeisterwahl 2027
Antragstext
- Die Chance für einen neuen Anfang nutzen
In einem Jahr entscheiden wir Leipziger*innen, in welche Richtung sich unsere
Stadt in den kommenden Jahren entwickeln soll. Leipzig steht vor großen
Aufgaben: bezahlbares Wohnen, wirksamer Klimaschutz, eine funktionierende
Mobilität, soziale Sicherheit, gesellschaftlicher Zusammenhalt und eine
Verwaltung, die unsere Stadt zuverlässig trägt und gestaltet. Wir erleben im
Alltag, dass Veränderung dringend notwendig ist und zugleich möglich sein muss.
Die Oberbürgermeister*innenwahl 2027 ist deshalb mehr als eine
Personalentscheidung. Sie ist eine Chance, Leipzig sozial gerecht, ökologisch
verantwortungsvoll und handlungsfähig weiterzuentwickeln. Als BÜNDNIS 90/DIE
GRÜNEN Leipzig wollen wir diese Chance nutzen. Wir sind überzeugt: Mit der
richtigen Kandidatur können wir Menschen in dieser Stadt erreichen – auch über
unser eigenes Wähler*innenmilieu hinaus.
Leipzig hat sich in den vergangenen mehr als zwei Jahrzehnten stark verändert
und ist gewachsen. Burkhard Jung hat die Stadt seit 2006 als Oberbürgermeister
geprägt und wird bei der Wahl 2027 nicht erneut antreten. Wir haben ihn in
dieser Zeit unterstützt, aber auch kritisch begleitet. Leipzig hat sich enorm
entwickelt und hat erheblich an Einwohnenden, Arbeitsplätzen und
Wirtschaftskraft gewonnen. Auch wir Bündnisgrünen haben mit einer starken
Ratsfraktion und inzwischen zwei grünen Bürgermeister*innen Verantwortung
übernommen und Leipzig an vielen Stellen positiv mitgestaltet.
Gleichzeitig erleben wir, dass wir als Bündnisgrüne an der Verwaltungsspitze zu
oft an Grenzen gestoßen sind. Die aktuelle Haushaltskrise und eine Verwaltung,
die deutlich unter den Möglichkeiten ihrer engagierten Mitarbeiter*innen bleibt,
haben auch mit der bisherigen Führung zu tun. So sehr Burkhard Jung die Stadt
nach außen geprägt und vertreten hat, so unzureichend ist es in den vergangenen
Jahren gelungen, die Verwaltung konsequent zu modernisieren und zukunftsfähig
aufzustellen. Zu viel ist liegen geblieben. Leipzig steckt spürbar in einem
Modernisierungsstau.
2. Die richtige Person für Leipzig
Die Oberbürgermeister*innenwahl bietet die Chance für einen dringend notwendigen
Neuanfang an der Verwaltungsspitze - eine Chance für uns Bündnisgrüne. Wir
können Großstadt! Das zeigt schon der Blick in unserer Partnerstädte: Belit Onay
in Hannover oder Gregory Doucet in Lyon entwickeln ihre Städte erfolgreich
weiter - sozial, ökologisch und wirtschaftlich stark. Wir wollen diesen Weg auch
in Leipzig gehen, auch und gerade in Zeiten, die nicht einfach sind. Von Münster
bis Kiel, von Würzburg bis Potsdam -die letzten Monate haben immer wieder
gezeigt, dass Kandidatinnen und Kandidaten, die von Bündnisgrünen aufgestellt
oder unterstützt wurden, gewinnen können. Diesen Anspruch haben wir auch für
Leipzig.
Wir wollen eine Kandidatur unterstützen, die unsere Werte und Ziele einer
sozialen und ökologischen Erneuerung und einer offenen, vielfältigen und
gerechten Gesellschaft teilt und sich an folgenden Punkten orientiert:
- Auf Augenhöhe mit den Bewohner*innen der Stadt: Leipzig steckt voller
Engagement in Vereinen, Unternehmen und Initiativen und braucht eine
Oberbürgermeister*in, die dieses Potential unterstützt und hebt.
- Leipzig verpflichtet: Wir wollen ein Stadtoberhaupt, welches nicht einer
Partei, sondern in erster Linie der Stadt und ihren Menschen dient und
dies auch lebt.
- Generationswechsel vollziehen: Leipzig braucht keine Übergangslösung,
sondern eine Person, die unsere Stadt über 2040 hinaus prägen kann.
- Verwaltung nach vorn führen: Leipzig braucht ein Stadtoberhaupt, das
bewiesen hat, dass es Verwaltung nicht nur versteht, sondern auch
innovativ weiterentwickeln kann und das ohne lange Einarbeitung, sondern
ab Tag eins der Amtszeit.
- Innovation und Mut zu neuen Wegen: Angesichts leerer Kassen braucht
Leipzig neue Ideen. Wir wollen eine*n Oberbürgermeister*in, welche*r
Innovation nutzt, um Klima, Soziales, Vielfalt und ökologische Entwicklung
gemeinsam voranzubringen.
Bündnis 90 / Die Grünen in Leipzig sind aus dem Gedanken entstanden,
verschiedene gesellschaftliche Gruppen zu verbinden, um unsere Gesellschaft,
unsere Stadt demokratisch, ökologisch und sozial zu erneuern. Dieser
Bündnisgedanke trägt uns auch bei der OBM-Wahl. Wir wollen ein Stadtoberhaupt,
dass in der Lage ist, verschiedene gesellschaftliche Gruppen anzusprechen und
zusammenzuführen. Eine Persönlichkeit,die die Mehrheit der Stadtgesellschaft für
sich gewinnen kann und für die nicht die Partei, sondern ein Leipzig für alle an
erster Stelle steht. Eine parteiübergreifende Kandidatur wäre für uns in diesem
Zusammenhang denkbar.
3. Gemeinsam gewinnen
Zur Auswahl der besten Person für eine OBM-Kandidatur und eine erfolgreiche
Kampagne braucht es tragfähige Strukturen und Prozesse, sowie ausreichenden
Vorlauf. Der Vorstand wird beauftragt, geeignete Personen anzusprechen und sie
zu einer Bewerbung zu motivieren. Dabei wird der Vorstand von der Fraktion und
der Geschäftsstelle unterstützt. Darüber hinaus steht es auch anderen Personen
offen, sich um die Unterstützung des Kreisverbands zu bewerben. Vor der
Beschlussfassung durch die Mitgliederversammlung wird den Mitgliedern des KVs
eine Vorstellung und Darstellung der Eignung der Personen in Bezug auf die oben
genannten Punkte ermöglicht.
Ein erfolgreicher Wahlkampf muss auch gut finanziert sein. Um frühzeitig
finanzielle Unterstützung für unseren OBM-Wahlkampf zu erreichen, richten wir
eine Fundraising-Gruppe bestehend aus Mitgliedern des Kreisvorstands und der
Geschäftstelle ein.
Nach dem Votum der Mitgliederversammlung für eine OBM-Kandidatur wird die
Wahlkampfkommission erweitert, damit sie in Abstimmung mit der kandidierenden
Person weitere Mitglieder kooptieren kann.
Begründung
Der Kreisvorstand bringt diesen Leitantrag ein, um frühzeitig eine gemeinsame Grundlage für die Vorbereitung der Oberbürgermeister*innenwahl 2027 zu schaffen. Die Wahl ist eine zentrale Weichenstellung für Leipzig und erfordert klare politische Leitlinien sowie einen transparenten, mitgliedergetragenen Auswahlprozess. Mit dem Antrag legen wir fest, welche Haltung, welche Kompetenzen und welches Führungsverständnis eine von uns zu unterstützende Kandidatur mitbringen soll.
Zustimmung
- Stephan Helfer
- Jan Schubert
Kommentare
Klaus Schmitz-Gielsdorf:
sondern eine Person, die unsere Stadt über 2040 hinaus prägen kann." , finde ich etwas problematisch. In Sachsen darf für das Amt des Oberbürgermeisters nicht gewählt werden, wer das 65. Lebensjahr vollendet hat. Wer also 2027 gewählt wird und über 2041 (zwei Amtszeiten) hinaus die Stadt Leipzig prägen soll, dürfte bei seiner Wahl in 2027 nicht älter als 51 Jahre sein. Wir wollen doch Vielfalt ermöglichen und niemanden diskriminieren oder benachteiligen, auch nicht wegen des Alters, darüber hinaus schränkt es den Spielraum für KandidatInnen ziemlich ein und zwei Amtszeiten, also 14 Jahre, sind keine Übergangslösung, allzu lange Amtszeiten sind auch nicht immer gut. Der Job ist extrem anstrengend und nach 14 Jahren geht vielleicht auch die Kraft und das Engagement etwas verloren. Vicky Felthaus ist übrigens 1977 geboren, wäre also 2027 50 Jahre alt, müsste also mit 64 Jahren wiedergewählt werden und wäre dann bei drei Amtszeiten, also über 2040/41 hinaus, am Ende der dritten Amtszeit 71 Jahre alt.